Günstig renovieren: Was Material kostet und wo ihr am meisten spart

Eine 70-Quadratmeter-Wohnung lässt sich in Eigenleistung für 800 bis 1.500 Euro komplett renovieren – mit Handwerker liegt dieselbe Arbeit bei 4.000 bis 8.000 Euro. Den größten Effekt bringen frisch gestrichene Wände: Material für rund 150 Euro verändert den Eindruck einer ganzen Wohnung. Diese Anleitung zeigt euch, wo ihr wie viel spart und wo Sparen teuer wird – Stand: Juli 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wände streichen ist der günstigste Hebel: etwa 2 Euro Materialkosten pro Quadratmeter Wandfläche.
  • Der Löwenanteil der Handwerkerrechnung ist Arbeitszeit – Eigenleistung spart 70 bis 80 Prozent.
  • Werkzeug leihen statt kaufen: Baumärkte verleihen Tapeziertische, Schleifer und Rüttler ab wenigen Euro am Tag.
  • Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis – abkleben und grundieren spart teure Nacharbeit.

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Was kostet eine Renovierung in Eigenleistung?

Wandfarbe und Notizzettel mit Materialrechnung auf dem Tisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung liegen die reinen Materialkosten bei 800 bis 1.500 Euro. Zum Vergleich: Ein Malerbetrieb berechnet allein fürs Streichen 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter Wandfläche, was bei derselben Wohnung schnell 2.000 Euro ergibt.

Die Materialrechnung im Einzelnen:

  • Wandfarbe: 30 bis 60 Euro für 10 Liter, das reicht für rund 80 Quadratmeter in zwei Anstrichen.
  • Grundierung/Tiefengrund: 15 bis 30 Euro, bei saugenden Untergründen Pflicht.
  • Abdeckmaterial und Kreppband: 25 bis 50 Euro.
  • Spachtelmasse für Löcher und Risse: 10 bis 25 Euro.
  • Bodenbelag (Vinyl oder Laminat): 10 bis 30 Euro pro Quadratmeter inklusive Trittschalldämmung.

Der größte Kostenblock ist immer der Boden. Wer ihn nicht zwingend tauschen muss, bleibt am unteren Ende der Spanne.

Wände streichen: So spart ihr am meisten

Wand wird zur Hälfte frisch weiß gestrichen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Mit weißer Wandfarbe in guter Deckkraft – sie ist die günstigste Farbe überhaupt und braucht in der Regel nur zwei Anstriche statt drei. Bunte Farben kosten das Zwei- bis Dreifache und decken schlechter, weil Pigmente teuer sind.

Beim Kauf zählt die Deckkraftklasse, nicht der Preis pro Liter. Klasse 1 deckt am besten; eine günstige Farbe der Klasse 3 braucht drei Anstriche und ist am Ende teurer als die vermeintlich teure Klasse-1-Farbe. Der zweite Wert ist die Nassabriebklasse – Klasse 2 ist für Wohnräume sinnvoll, Klasse 1 für Flur und Küche.

Die Reihenfolge, die Nacharbeit spart: Löcher spachteln und schleifen, dann Tiefengrund auf saugende Stellen, dann abkleben, dann Ecken und Kanten mit dem Pinsel vorstreichen, zum Schluss die Fläche mit der Rolle. Wer die Grundierung weglässt, sieht die alten Flecken nach dem Trocknen wieder durch.

Wo lohnt sich neuer Bodenbelag, wo nicht?

Neuer Vinylboden in Holzoptik wird verlegt

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein Tausch lohnt sich, wenn der alte Belag beschädigt, aufgequollen oder hygienisch nicht mehr zu retten ist – ansonsten reicht oft Aufarbeiten. Parkett und Dielen lassen sich abschleifen und neu ölen, das kostet einen Bruchteil eines Neubelags.

Wenn neu, dann in dieser Reihenfolge nach Preis-Leistung:

  • Vinyl (Klick oder Vollvinyl): 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter, feuchtigkeitsunempfindlich, leise, für Küche und Bad geeignet.
  • Laminat: 10 bis 25 Euro, günstig und robust, verträgt aber keine stehende Nässe.
  • Teppichfliesen: ab 8 Euro, einzeln austauschbar, ideal für Mietwohnungen ohne Aufwand.

Rechnet immer 5 bis 10 Prozent Verschnitt dazu und prüft die Türhöhe: Ein neuer Aufbau von 8 Millimetern plus Dämmung kann dazu führen, dass Türen gekürzt werden müssen.

Welche Arbeiten solltet ihr abgeben?

Alles, was mit Elektrik, Gas oder tragender Substanz zu tun hat. Steckdosen versetzen, Leitungen verlegen oder Wanddurchbrüche sind keine Sparposten – bei Schäden greift im Zweifel keine Versicherung, und in Mietwohnungen kommt die Rückbaupflicht dazu.

Ebenfalls sinnvoll abzugeben: großflächiges Verputzen und alles, wofür ihr Spezialwerkzeug kaufen müsstet, das ihr nie wieder braucht. Für alles andere gilt: Leihen statt kaufen. Baumärkte verleihen Tapeziertische, Schwingschleifer, Fliesenschneider und Bodenrüttler für wenige Euro am Tag.

Ein Punkt speziell für Mieter: Schönheitsreparaturen dürfen nur dann verlangt werden, wenn die Klausel im Mietvertrag wirksam ist – starre Fristenpläne sind es in der Regel nicht. Bei unrenoviert übernommenen Wohnungen entfällt die Pflicht meist ganz.

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Vor- & Nachteile der Eigenleistung

Vorteile Nachteile
70 bis 80 Prozent der Kosten sind Arbeitszeit Zeitaufwand von mehreren Wochenenden
Tempo und Reihenfolge bestimmt ihr selbst Keine Gewährleistung auf das Ergebnis
Werkzeug lässt sich günstig leihen Fehler bei der Vorbereitung kosten doppelt
In Etappen möglich, Budget planbar Elektro- und Gasarbeiten bleiben Fachsache

Häufige Fragen zum günstigen Renovieren

Wie renoviere ich eine Wohnung möglichst günstig?

Konzentriert euch auf die Maßnahmen mit dem größten optischen Effekt pro Euro: Wände streichen, Silikonfugen erneuern, Türen und Zargen reinigen oder lackieren, Beleuchtung tauschen. Material für rund 300 Euro verändert eine Zwei-Zimmer-Wohnung sichtbar – der Rest ist Arbeitszeit, die ihr selbst einbringt.

Was kostet das Streichen pro Quadratmeter?

In Eigenleistung etwa 2 Euro Material pro Quadratmeter Wandfläche, inklusive Grundierung und Abdeckmaterial. Ein Malerbetrieb berechnet je nach Region und Untergrund 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter – der Unterschied ist praktisch vollständig Lohnkosten.

Welche Wandfarbe ist die günstigste Wahl?

Weiße Innenwandfarbe mit Deckkraftklasse 1. Sie kostet 30 bis 60 Euro für 10 Liter und deckt in zwei Anstrichen. Günstige Farben niedriger Deckkraftklassen brauchen einen dritten Anstrich und sind dadurch am Ende teurer.

Lohnt es sich, Werkzeug zu kaufen?

Nur bei Dingen, die ihr regelmäßig braucht: Akkuschrauber, Wasserwaage, Cuttermesser, Farbrolle. Alles darüber hinaus – Schwingschleifer, Fliesenschneider, Tapeziertisch – leiht ihr im Baumarkt für wenige Euro am Tag. Das ist bei einer einmaligen Renovierung fast immer günstiger.

Muss ich als Mieter beim Auszug renovieren?

Nur wenn die Klausel im Mietvertrag wirksam ist. Starre Fristenpläne ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Zustand sind unwirksam; bei unrenoviert übergebenen Wohnungen entfällt die Pflicht in der Regel ganz. Im Zweifel lohnt der Blick in den Vertrag, bevor ihr Farbe kauft.

In welcher Reihenfolge renoviert man?

Von oben nach unten und von grob nach fein: erst Löcher spachteln und schleifen, dann Decke, dann Wände, zum Schluss der Boden. So fällt Schmutz nie auf bereits fertige Flächen. Fußleisten kommen ganz am Ende.

Fazit: Der Pinsel schlägt jedes Budget

Günstig renovieren heißt nicht billig arbeiten, sondern die Maßnahmen mit dem besten Verhältnis aus Wirkung und Kosten zuerst zu machen. Weiße Wände, saubere Fugen und funktionierendes Licht verändern einen Raum stärker als ein neuer Boden – zu einem Bruchteil des Preises.

  • Zuerst: Untergrund vorbereiten, sonst kostet jeder Anstrich doppelt.
  • Immer: Deckkraftklasse prüfen statt nur auf den Literpreis schauen.
  • Nie: An Elektro- oder Gasarbeiten selbst herumbasteln.

Wie ihr Material- und Werkzeugangebote sauber gegeneinander stellt, steht in unserer Anleitung zum Angebote vergleichen. Aktuelle Baumarkt-Aktionen findet ihr unter Haushalt & Garten und auf der Startseite von MonsterDealz.

Florian Silbereis — MonsterDealz

Geschrieben von

Florian Silbereis

Gründer von MonsterDealz.de, gelernter Fachinformatiker. Spürt seit über 17 Jahren täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — Spezialgebiete: Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals und Preisfehler.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Kommentare

Profilbild Hellas

21.10.2020, 08:23 Antworten #

Einen guten Werkzeugkasten sollte man schon zu Hause haben.

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